Copyright  NOWO MENSUR  (GSP NylonSaiten made in USA Frisco)    

Nutzer: Earl Klugh, Julian Bream, Carlos Barbosa-Lima, Romero Lubambo, Ignacio Rozas, Paulino Bernabe, Michael Thames, Max Strohmer, Kohno, Sakurai, Asturias guitars.                            zurück

Schon wieder neue Gitarrensaiten ?

Gedanken zum Thema Gitarren, Gitarrenstimmung, Gitarrenklange, Gitarrensaiten
Es ist wahr, die Gitarre ist nach wie vor das beliebteste und verbreitetste Musikinstrument der Welt. Sie ist allerdings auch ein sehr unvollkommenes Musikinstrument. Überall auf der Weit versuchen Gitarrenbauer, die Qualität ihrer Instrumente zu verbessern. Das gilt für die Produzenten von Serieninstrumenten ebenso wie für die Meister, die jedes Instrument in handwerklicher Tradition als Einzelstück herstellen. Dabei wird immer deutlicher, daß Qualität und Schönheit des Gitarrenklanges bestimmt werden von objektiven und subjektiven Faktoren, die auf eine sehr komplizierte Weise zusammenwirken:

Das Geheimnis der wirklich stimmenden Gitarrenmensur ist noch immer nicht endgültig gelöst; wie die Hölzer, Leime und Lacke akustisch aufeinander reagieren, darüber gibt es fast nur Vermutungen, Es gibt aber auch bei den Saiten sehr starke Unterschiede. Die beiden folgenden Diagramme sollen dies verdeutlichen:

Diagr.1 

Meistergit. ohne Stegzugabe, 1987, Nylon NT
6 Meßgerät: Seiko ST - 747
Bd E A d g h e' MW
1 2 2 2 2 3 0 1,833
2 1 1 1 2 1 -2 0,667
3 1 0 1 2 1 -1 0,667
4 1 0 0 1 0 -4 -0,333
5 3 0 1 0 -1 -3 0,000
6 5 1 2 1 0 0 1,500
7 5 1 3 -1 -1 -3 0,667
8 7 2 5 1 1 -2 2,333
9 8 4 7 2 3 -3 3,500
10 9 4 8 3 3 -1 4,333
11 11 7 9 5 5 0 6,167
12 9 10 9 6 7 4 7,500
13 15 13 10 7 7 3 9,167
14 18 11 11 8 7 5 10,000
15 21 15 15 12 10 9 13,667
16 20 17 16 14 12 11 15,000
17 24 18 16 16 15 12 16,833
18 22 20 18 14 16 13 17,167
19 18 24     19 16 19,250
Diagr. 1 Meistergitarre ohne Stegzugabe Nylonsaiten

 

Meistergit. ohne Stegzugabe, 1987, GSP Super
6 Meßgerät: Seiko ST - 747
Bd E A d g h e' MW
1 2 2 0 2 0 1 1,167
2 0 2 1 3 -1 0 0,833
3 -2 1 1 3 0 0 0,500
4 -2 -1 0 0 0 -1 -0,667
5 -1 0 1 0 2 0 0,333
6 3 0 0 2 1 0 1,000
7 0 1 0 1 1 0 0,500
8 2 1 2 2 2 0 1,500
9 6 1 6 3 2 2 3,333
10 4 4 6 2 4 5 4,167
11 6 5 5 7 5 4 5,333
12 7 4 9 5 7 8 6,667
13 8 8 12 7 8 11 9,000
14 5 8 10 6 6 7 7,000
15 13 12 15 10 11 13 12,333
16 18 18 14 14 15 17 16,000
17 19 20 16 16 17 20 18,000
18 21 22 19 19 17 20 19,667
19 23 22     22 25 23,000

Diagr. 2

 

Es handelt sich um die selbe Gitarre, allerdings mit verschiedenen Saiten. Diagr. 1: Markensaiten, normale Spannung: Diagr. 2: GSP- Saiten, normale Spannung (x - Achse: F ünde 1 bis XIX, y - Achse: Abweichung der Tonhöhen von der temperierten Stimmung, Angaben in Cent). Gemessen wurden die Tonhöhen aller Saiten auf allen Bünden, bezogen auf a' = 440 Hz.
Man erkennt sehr deutlich, dass die Saiten des zweiten Satzes ein viel homogeneres und harmonischeres Stimmungsbild abgeben als die des ersten, so dass selbst diese nicht sehr gut stimmende (!) Gitarre mit dem zweiten Satz deutlich besser klingt als mit dem ersten.

 

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei einer Gitarre mit außergewöhnlich guter Mensur:

Diagr. 3 Meistergitarre,sehr gute Mensur, normale Nylonsaiten, hohe Spannung
Meistergit. 1979, Nylon HT
46 Meßgerät: Osz.- Inst. f. Musikinstr.bau
Bd E A d g h e' MW
1 0,0 0,5 0,0 -0,5 1,0 0,0 0,167
2 -1,0 -0,5 0,0 0,0 2,0 0,0 0,083
3 -1,0 0,0 -0,5 0,0 2,5 0,0 0,167
4 -1,0 0,0 -0,5 -0,5 2,0 0,5 0,083
5 -0,5 0,0 0,0 0,0 2,5 1,0 0,500
6 -1,0 -0,5 0,0 1,0 3,0 1,5 0,667
7 -1,5 0,0 -0,5 1,5 3,0 2,0 0,750
8 -1,0 0,0 -1,0 0,0 3,5 2,5 0,667
9 -1,0 0,0 -0,5 0,5 3,5 1,5 0,667
10 -0,5 1,0 0,5 1,5 4,0 0,5 1,167
11 -1,0 0,5 1,5 2,5 5,0 1,5 1,667
12 -1,0 1,0 2,0 2,0 5,5 0,5 1,667
13 -1,5 0,5 0,5 4,0 5,0 0,0 1,417
14 -2,5 1,0 0,0 6,0 5,0 0,0 1,583
15 -2,0 0,5 -0,5 8,0 4,0 0,0 1,667
16 -2,0 1,0 -1,0 12,0 4,0 0,0 2,333
17 -1,0 2,0 -0,5 8,0 5,0 0,5 2,333
18 -1,0 2,5 -0,5 6,0 7,0 0,5 2,417
19 -2,0         0,5 -0,750
Meistergit. 1979, GSP Ultra
46 Meßgerät: Osz.- Inst. f. Musikinstr.bau
Bd E A d g h e' MW
1 0,0 0,5 0,0 -0,5 1,0 0,0 0,167
2 -0,5 -0,5 0,0 0,0 2,0 0,0 0,167
3 -1,0 0,0 -0,5 0,0 1,5 0,0 0,000
4 -1,0 0,0 -0,5 -0,5 1,5 0,5 0,000
5 -0,5 0,0 0,0 0,0 2,0 1,0 0,417
6 -0,5 -0,5 0,0 0,5 1,5 1,5 0,417
7 -1,0 0,0 0,0 1,0 1,0 1,0 0,333
8 -1,0 0,0 0,0 1,5 1,5 0,5 0,417
9 -0,5 0,0 0,0 1,0 2,0 1,5 0,667
10 -0,5 0,5 -0,5 0,5 2,5 1,5 0,667
11 0,0 1,0 0,0 1,5 3,0 1,5 1,167
12 0,5 1,0 -0,5 2,0 2,5 0,5 1,000
13 0,0 0,5 0,0 2,5 2,0 0,5 0,917
14 0,5 1,0 0,0 3,0 2,5 0,0 1,167
15 0,5 0,5 -0,5 2,5 3,0 0,0 1,000
16 1,0 1,0 -1,0 3,0 2,5 -0,5 1,000
17 1,0 2,0 -0,5 4,5 2,0 0,0 1,500
18 0,5 2,5 -0,5 5,0 2,5 0,5 1,750
19 0,5         1,0 0,750

Diagr. 4  Meistergitarre, sehr gute Mensur  GSP-Ultra Nylons

Auch hier liegen die Tonhöhen der GSP - Saiten im gesamten Bereich wieder sehr eng bei einander.

Was bedeutet das?

Mit guten Saiten kann man sogar ausgesprochen mittelmäßigen Gitarren noch relativ schöne Klänge entlocken: mit schlechten Saiten klingt nicht einmal ein gutes Instrument. GSP - Saiten gehören zu den besten Nylonsaiten.

Was steckt dahinter?

Die Gitarre kann nur das als Klang übertragen, was ihr von den Saiten angeboten wird. Jeder Gitarrenton besteht aus bis zu 35 Teiltönen. Der jeweils tiefste Teilton ist der Grundton. Wenn die Grundtöne nicht genau stimmen, dann stimmen auch die darüber liegenden Obertöne nicht. Obertöne, die zueinander nicht harmonisch sind, können sich gegenseitig behindern, ja sogar auslöschen, Akkorde klingen matt, stumpf oder einfach falsch. Stehen die Obertöne in einem harmonischen Verhältnis, dann stützen sie sich gegenseitig. Ihre Energien addieren sich und der Klang wird voller und schöner. Die Zusammenhänge sind in der Physik. unter dem Oberbegriff Resonanz bekannt.

Allerdings muss man nicht Physiker werden, um Gitarre spielen zu können. Es reicht aus, wenn man fleißig übt und alle paar Monate gute Saiten aufzieht. Alles andere passiert dann wie von selbst...